
Die Lindenstraße entwickelt sich zunehmend zu Potsdams stylischster Ecke. Die Designerläden und Küchenstudios werden nun um ein hübsches, kleines Bistro ergänzt, das sich nicht nur vom ästhetischen Konzept perfekt einreiht, sondern dem Lindenstraßen-Trend auch in philosophischer Hinsicht entspricht.
Der kulinarische Ansatz ist hier Slow Food, das heißt frisch, saisonal und kreativ. Besitzer Edwin Busch hat seine Karte persönlich konzipiert und so befinden sich neben einem klassischen Angebot wie Flammkuchen (mit original Teigrohlingen aus dem Elsass) auch internationale Spezialitäten, wie Bocadillos und Tramezzini. Die Speisen spiegeln den persönlichen Hintergrund des Bistro-Betreibers: Der gelernte Architekt wurde in der Schweiz geboren, wuchs in Chile auf und kam – über einige Umwege – schließlich nach Berlin. Mit seinen abwechslungsreichen Rezepten beglückt der talentierte Hobbykoch nun auch Potsdam.
Bei aller Vielfalt ist jedoch Design, als auch die Karte, stets fokussiert, mit einer besonderen Betonung auf klare Statements und qualitativen Minimalismus. Die Zutaten sind stets frisch und die Gerichte nicht übermässig kompliziert, dafür sehr geschmacksintentiv. Gourmets wie auch weniger Experimentierfreudige wissen Gerichte wie Spanischen Spinatsalat mit Chorizo und Manchegokäse gleichermaßen zu schätzen und das unprätentiöse Ambiente spricht Gäste aller Altersgruppen an. Slow Food heißt schließlich Genießen, und Genießen ist eine Kunst. Hoffentlich ist das nur der Beginn einer Potsdamer Slow Food Bewegung – auf das viele mutige Geister folgen mögen.
Raphaela Marx