© Susanne Brünler
Medienzeit
Der Elternblog Medienzeit trifft einen Nerv. Über 30 000 Aufrufe seit dem Start zeigen, wie groß der Bedarf ist. Immer mehr Eltern suchen Orientierung im Umgang mit Smartphones, Social Media und digitalen Trends. Zusätzlich zum Blog startete jetzt auch der Instagram-Kanal.
„Viele Eltern sind unsicher, wie sie mit der digitalen Welt ihrer Kinder umgehen sollen“, sagt Initiator Tobias Dillinger. „Oft wissen sie nicht, was am Handy passiert, welchen Inhalten und Risiken ihre Kinder begegnen.“ Medienzeit erklärt Trends, ordnet Studien ein und bietet Orientierung. Ob Snapchat, TikTok, Gaming oder WhatsApp – die Plattformen, die Kinder faszinieren, bergen zugleich einige Gefahren.
Die Realität ist ernüchternd. Sobald Kinder online sind, treffen sie auf Pornografie, Rassismus, Antisemitismus oder Gewalt. Immer häufiger auch auf Kriegsbilder, direkt aus Gaza oder der Ukraine. Vergewaltigungen, Verstümmelungen, Folter und Tote sind Inhalte, die auf Kinder-Smartphones auftauchen können. „Es gibt leider kein sicheres Internet für Kinder. Auch YouTube, Game-Chats oder Discord sind voller problematischer Inhalte.“
Zu den meistgelesenen Artikeln auf Medienzeit gehören Themen wie Cybermobbing und problematische Inhalte in Klassenchats.
Viel Aufmerksamkeit bekommt auch die wachsende Gefahr durch KI und „Nudify-Apps“, mit denen Kinderfotos manipuliert und missbraucht werden können. Daneben beschäftigen Eltern Beiträge über Brain Rot, also die Auswirkungen von Smartphones auf das Gehirn, sowie über Games, die den Alltag vieler Kinder prägen. Zudem sorgt Roblox für Diskussionen, eine hochproblematische Plattform mit fragwürdigen Inhalten und vielen pädophilen Nutzern.
„Die Resonanz zeigt, dass Eltern nach Orientierung suchen“, sagt Tobias Dillinger. „Viele sind dankbar, wenn Themen klar benannt und verständlich erklärt werden. Genau das wollen wir mit Medienzeit erreichen.“
Dillinger bringt in das Projekt nicht nur seine Perspektive als engagierter Vater ein, sondern auch seine Erfahrung als Elternsprecher sowie seine Mitarbeit in verschiedenen Gremien. Dazu kommt sein Hintergrund als Gründer der Agentur DNMC, die seit 14 Jahren auf digitale Kommunikation und Social Media spezialisiert ist. „Das Problem ist nicht, dass Kinder bewusst nach gefährlichen Inhalten suchen“, erklärt er. „Oft ist es andersherum – sie bekommen sie zugespielt: Durch Algorithmen der Social Networks, Gruppenchats, Airdrop im Bus oder Fremde in Gamechats.“
Darum setzen sich die Macher von Medienzeit dafür ein, Kinder nicht allein zu lassen, sondern sie Schritt für Schritt zu begleiten. Eltern sollten mit ihren Kindern über Apps sprechen, sie auch selbst ausprobieren und den Umgang aktiv mitgestalten. „Perfekte Medienerziehung gibt es nicht“, sagt
Dillinger. „Aber es ist wichtig, Grundregeln zu vermitteln und eine gemeinsame Haltung dazu zu entwickeln, was online in Ordnung ist und was nicht. Für Social Media gilt klar: je später, desto besser.“
Aktuell wirken vier Elternsprecher aktiv an Medienzeit mit und weitere Verstärkung wird gesucht. „Je mehr Erfahrungen und Perspektiven zusammenkommen, desto hilfreicher wird Medienzeit für alle Eltern.“
Genau dafür steht Medienzeit: ein Projekt von Eltern für Eltern, das Erfahrungen teilt, Wissen bündelt und Diskussionen eröffnet – ob im Blog, im direkten Austausch oder auf Instagram. R. Schuster
Instagram: @medienzeit_elternblog
Website: www.medienzeit-elternblog.de
Email: medienzeit.elternblog@gmail.com

