© Thomas M. Jauk
Johannes Pinneberg und Emma Mörschel lieben sich – auf den ersten Blick, bedingungslos und bis an den Rand ihrer Existenz. Sie nennt ihn „Junge“, er sie „Lämmchen“. Sie stammt aus einer Arbeiterfamilie in der norddeutschen Provinz, er ist dort ein einfacher Angestellter. Als Lämmchen überraschend schwanger wird, heiraten sie kurzum. Sein Gehalt reicht gerade so für das künftige Familienleben, aber es reicht – zumindest bis Pinneberg seinen Job in der Kleinstadt wegen einer Intrige um die Tochter seines Chefs verliert. Die einzige Rettung scheint der Weg in die Großstadt – nach Berlin – zu sein, wo seine Mutter Mia lebt und ihr zwielichtiger Partner Jachmann ihm einen Job in der Herrenkonfektion des Warenhauses Mandel verschaffen kann. Doch auch hier wird das Leben nicht leichter. Die Theaterfassung von Annette Pullen, wie auch der Roman selbst, beschreiben eine politisch aufgeheizte Stimmung, in der der Nationalsozialismus um sich greift. Hans Fallada zeigt ein System, das alles und jeden verkauft und zur profitablen Masse macht. Hier kann nur gegenseitige Solidarität vor der Vereinzelung und dem sozialen Abstieg schützen. R. Schuster
Kleiner Mann – was nun? von Hans Fallada, Premiere 16.01., 19:30 Uhr, 18./25. u. 30.01., 19:30 Uhr, Hans Otto Theater, Eintritt: ab 20,90 Euro, www.hansottotheater.de

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