© Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.
Die neue Sonderausstellung widmet sich der Frage, wie sich politische Haft nach der Entlassung auf das Leben der Betroffenen auswirkte. Die SED-Diktatur inhaftierte zwischen 1949 und 1989 etwa 250.000 Menschen aus politischen Gründen. Die Betroffenen erlitten in Untersuchungshaft und Strafvollzug körperliche und seelische Gewalt. Sie mussten Isolationshaft und Massenunterbringung unter denkbar schlechten Haftbedingungen aushalten. Die Haft stellt für die Betroffenen bis heute eine Zäsur in ihrem Leben dar. Sie unterbrach berufliche Karrieren, zerriss Familien und hatte physische, psychische, soziale und finanzielle Folgen. Die Schilderungen von 20 ehemaligen politischen Gefangenen, die in der Untersuchungshaftanstalt Potsdam, in der Strafvollzugsanstalt Cottbus oder gar an beiden Orten inhaftiert waren, bilden den Kern der Ausstellung. Sie berichten von familiären Trennungen und Wiedersehen, von Traumata und ihren Folgen sowie von den oft langen Wegen der persönlichen Aufarbeitung. K. Jung
Sonderausstellung „Leben nach der Haft. Ehemalige politische Gefangene der DDR berichten“, ab 19.09., Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße, www.gedenkstaette-lindenstrasse.de
